Ein Jahr nach dem kontrollierten Putsch vom 15./16. Juli 2016 sind immer noch viele Fragen offen. Eins aber scheint mittlerweile eine belegbare Erkenntnis zu sein: Es handelt sich weder um einen von dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan inszenierten noch um einen gescheiterten Putsch. Vielmehr ist es ein kontrollierter Putsch, der einen wichtigen Meilenstein  auf dem Weg in „Erdoğans Türkei“ darstellt. Historiker wie Michael Wolffsohn ziehen  den Vergleich zur Machtergreifung der Nazis:  „Erdoğan folgt dem klassischen Muster der Machtergreifung.“1

Auf zwei wichtige Fragen werden noch immer überzeugende Antworten gesucht:

Wer hat den Befehl für den erfolglosen Putsch erteilt?

Und hätte Erdoğan den Putsch verhindern können?

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